crimson and scarlet IV von Holger Lippmann

crimson and scarlet IV

2018 / 2019 HLI93
crimson and scarlet IV
Grösse:
50 x 84
90 x 151
107 x 180
Ausführung/Rahmung
Kaschierung unter Acrylglas
Stärke 2 mm glänzend, rahmenlos, 50 x 84 cm (Außenmaß) Profilbreite 15 mm mit Acrylglas glänzend, Kanadischer Ahorn braun, 54,4 x 88,4 cm (Außenmaß) Auf Premium Papier (glänzend) ohne Kaschierung oder Rahmen, wird gerollt versendet.
Stärke 2 mm glänzend, rahmenlos, 50 x 84 cm (Außenmaß)
Ausführung/Rahmung
Kaschierung unter Acrylglas
Stärke 2 mm glänzend, rahmenlos, 90 x 151 cm (Außenmaß) Profilbreite 15 mm mit Acrylglas glänzend, Kanadischer Ahorn braun, 94,4 x 155,4 cm (Außenmaß) Auf Premium Papier (glänzend) ohne Kaschierung oder Rahmen, wird gerollt versendet.
Stärke 2 mm glänzend, rahmenlos, 90 x 151 cm (Außenmaß)
Ausführung/Rahmung
Kaschierung unter Acrylglas
Stärke 2 mm glänzend, rahmenlos, 107 x 180 cm (Außenmaß) Profilbreite 15 mm mit Acrylglas glänzend, Kanadischer Ahorn braun, 111,4 x 184,4 cm (Außenmaß) Auf Premium Papier (glänzend) ohne Kaschierung oder Rahmen, wird gerollt versendet.
Stärke 2 mm glänzend, rahmenlos, 107 x 180 cm (Außenmaß)
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HINTERGRUNDINFORMATIONEN

ÜBER DAS WERK

Lentikular / Imaginal Disk

Ausgangspunkt seines auf Algorithmen beruhenden und an eine vibrierende Farbscheibe erinnerndes Lentikular-Werkes ist tatsächlich eine gewöhnlichen Farbtafel, die Holger Lippmann jedoch durch kreativen digitalen Prozess in künstlerische Bewegung versetzt. Die Prozesssteuerung des Programms analysiert verschiedene Phasen des Farbkreises und bricht sie in rhythmische kleinere geometrische Strukturen auf. Durch die vielen kleinen Prismen auf der materiellen Oberfläche des Lenticular-Bildes entsteht je nach Blickwinkel ein neuartiges feinteiliges Farbbild, dessen wechselhafter Bildausdruck dem Werk insgesamt einen infiniten Charakter verleiht. Es wirkt, als rotiere die Farbscheibe um ihr eigenes verborgenes Imaginationszentrum.

Flow[R]Field

Durch das vertikal betonte schmale Format und die weiche Farbgebung deutlich an japanische Holzschnitte erinnernd, eröffnen die Bilder der Serie „Flow[R]Field“ einen neuartigen Wahrnehmungshorizont auf die Dualität von gegenständlicher Form und digital-ästhetischer Abstraktion. Einerseits sehen wir in den Bildern auf virtuell blühende Blumenfelder, die ein kreativer Algorithmus in die Bildfläche gesät und feinsinnig aufgezogen hat. Anderseits erkennen wir in eben diesen künstlichen Blüten, Stängeln und Feldfurchen stilistisch reduzierte reine geometrische Formen, Linien und Strukturen, deren vorgebliche Körperlichkeit einem Maximum an Abstraktion zustreben. So sind die Flow[R]fields immer beides: Malerisch-generatives Abbild und digital-abstrahierendes Original.

Uncertain Layering

Wie kraftvolle Erdschichten türmen sich die Kämme der Farbsedimente zu eindringlichen Vibrationswellen im Bild auf. Ausgehend von dem berühmten Perlin-Noise-Algorithmus, für den der Erfinder und Tron-Animateur Ken Perlin einst einen Oskar erhielt, generiert Holger Lippmann Farblandschaften in außergewöhnlicher und psychedelisch-experimentell anmutender Textur. Diese rhythmische Farbexplosion erinnert an die pulsierenden Effekte der Op-Art, wobei die iterativen Verzerrungen äußerst harmonisch wirken. Räumliche Wölbungen, fein linierte Verjüngungen und übereinander gestapelte, massierte Farbfalten erzeugen dabei eine je für sich stehende, in ihrer Kolorierung äußerst aktive und sinnlich betörende Abstraktionslandschaft.

Rose Cherry

Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit: Das alles verkörpern Kirschblüten in der japanischen Kultur. Ihre starke Symbolkraft kommt in Holger Lippmanns digitalisierten Werken deutlich zum Ausdruck. Von zartem Rosa bis hin zu sattem Rot inszeniert Lippmann das Meer aus Kirschblüten als Farbrausch. So feiert er mit seinen Bildern ein eigenes Hanami.

Und wie das traditionelle japanische Kirschblütenfest selbst lösen auch Holger Lippmanns Werke fröhliche und zugleich wehmütige Emotionen aus. Der Digitalkünstler interpretiert die Kirschblüten stilistisch und zeichnerisch neu, wobei der ausgebildete Maler den realen Zeichenstift durch eigene Computerzeichenprogramme ersetzt hat.

Recursive Trees

In seiner Werkreihe „Recursive Trees“ fängt Holger Lippmann mit digitalen Mitteln den Zauber blühender Kirschbäume ein. Im Gegensatz zu „Rose Cherry“ wirkt die Blütenpracht hier nicht filigran und verspielt, sondern kraftvoll. Die Äste bringen Struktur und Schwere in die Bilder. Die außergewöhnlichen Kompositionen in Lippmanns Arbeiten zitieren traditionelle, japanische Malereien und zeigen eindrücklich, wie mitreißend und emotional Japan sich während der Kirschblütenzeit präsentiert.

Language of Landscape

Angeblich hat der Mensch schon vor 400.000 Jahren Mosaike erschaffen. Als einer der fortschrittlichsten Digitalkünstler unserer Zeit weiß Holger Lippmann die Technik auf ganz besondere Art einzusetzen. Er kreiert in seiner Reihe „Language of Landscape“ sehr moderne Meisterwerke mit musivische Landschaften, die erst aus der Distanz als Täler, Hügel und Dörfer zu erkennen sind. Dabei bleibt mehr als offensichtlich, dass der Ursprung seines Schaffens der Computer ist.

Die eckigen Motivbausteine erinnern an Pixel, farbige Punkte, die rasterförmig angeordnet werden. Mit ihrer Hilfe kreiert Lippmann ästhetische Welten, die abstrakt und doch vollkommen lebendig wirken. Seine Werke platzieren sich zwischen kunstvoller Verfremdung und realem Abbild, zwischen alten Werten und modernen Perspektiven.

La Forêt

Dieser Wald gibt spannende Rätsel auf. Die Bäume, die als solche deutlich zu erkennen sind, haben mit der Realität nicht mehr viel gemein. Sie verweisen auf eine perfektionierte Zukunft, die wir uns noch gar nicht vorstellen können. Irgendwo zwischen Natur und digitaler Wirklichkeit siedelt Holger Lippmann in „La Forêt“ seine Motive an.

Die futuristischen Stämme, die irritierenden Farben, das mystische Licht, die starken Schatten und die floralen Muster bilden zusammen eine ungewöhnliche Komposition. Die Werkreihe „La Forêt“ löst ganz unterschiedliche Gefühle in uns aus: Faszination, Neugier und zugleich eine leichte Furcht vor dem Unbekannten. Vertrautes erscheint verfremdet, Fremdes vertraut. Es scheint fast unmöglich, sich dieser Vision von einer anderen Welt zu entziehen.

Crimson and Scarlet

Die Blütenwelten aus Holger Lippmanns Werkreihe „Crimson and Scarlet“ wirken aus der Distanz betrachtet wie ein digitales Naturschauspiel. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich feine Details: Geschwungene Zweige ziehen sich wie lebensspendende Äderchen durch das ganze Kunstwerk, dazwischen sprießen opulente Blüten in Karmin und Scharlachrot vor einem Hintergrund in zartem Mauve hervor. Obgleich man schon über das Zusammenspiel der Farben staunt, gibt es eine weitere Ebene zu entdecken, denn Lippmann umrundet mit seinem virtuellen Zeichenstift jedes einzelne Blütenblatt. Die Blüten im Vordergrund sind mit Rahmungen in kräftigen Weiß- und Rottönen veredelt, dazwischen leuchten vereinzelt Blättchen in kontrastierenden Nuancen wie Himmelblau, Türkis oder Neongrün. Die Farbakzente im Hintergrund lässt der Künstler sanft und leise abklingen.

„Meine Werke entstehen durch Improvisation, ähnlich wie in der Musik.“
Holger Lippmann

ÜBER DEN KÜNSTLER

Mit seiner Kunst, die er selbst als E-Art bezeichnet, ist Holger Lippmann (*1960) sehr gefragt und In zahlreichen Ausstellungen vertreten. Der in Dresden und Stuttgart als Maler und Bildhauer ausgebildete Künstler entwickelt seine digitalen Zeichenprogramme selbst.

Die Sujets reichen von gegenständlichen Motiven wie Blumen über geometrische Figurenspiele bis hin zu überlagerten Matrixstrukturen. Obwohl im Wesen abstrakt zeigen sich Lippmanns Arbeiten stets an das Gegenständliche gebunden.

ARBEITSWEISE

Digitale Malerei oder Computer-aided Painiting

Sobald der ausgebildete Maler Holger Lippmann den Stift in die Hand nimmt, merkt er, dass ihm etwas fehlt: Die Fülle an Möglichkeiten, die sein Computerprogramm innerhalb kürzester Zeit mit ihm durchspielt. Und wenn er dabei nicht die Idee findet, die ihn weiterbringt, kann Holger Lippmann spielend zum Ausgangspunkt zurückkehren. Ein kreativer Luxus, den er selbst geschaffen hat.

Die Computerzeichenprogramme hat Holger Lippmann eigens für seine Arbeiten entwickelt. Mit ihnen komponiert er filigrane Strukturen und abstrakt-geometrische Muster, die er überlagern und variieren kann. Die bei LUMAS gezeigten Arbeiten basieren auf einem speziellen Programm. Darin hat der Digitalkünstler eine Vielzahl von Parametern festgelegt, die die Streuung von geometrischen Elementen. Lippmann führt dann verschiedene solcher Kompositionen zu neuen Werken zusammen. „Mein innerer Prozess ist der gleiche wie zu den Zeiten, als ich noch mit Farbe und Leinwand gearbeitet habe“, meint Holger Lippmann. „Deshalb nenne ich meine heutige Arbeit gerne auch digitale Malerei oder Computer-aided Painting.“


NFT in a Box

Holger Lippmanns digitale Kunstwerke in Bewegung zu sehen, eröffnet ganz neue Dimensionen. Zur an sich bereits variationsreichen und graphisch feinteiligen Textur kommen nun dynamische Wellenbewegungen, plötzliche Farbwechsel und feinsinnige geometrische Modulationen hinzu, die den Werken eine ganz neue und unerwartete Anmutung in Zeit und Raum verleihen. Es ist, als würden die Gemälde von einem Fingertipp ins Leben gerufen werden und folgten nun einem geheimen logarithmischen Bewusstsein, das wiederum von einer generativen pulsierenden Turbine angetrieben wirkt.

Entfernte Ähnlichkeiten zur Gegenstandwelt tun sich auf: In einem Werk öffnet sich die grüne Weite einer abstrakt ländlichen Maschinen- und Rotationsprosa. In einem anderen wiederum betrachten wir die Rotationen eines abstrakt-melodischen Farbklaviers. Auch ein drittes Werk überwindet die reine Abstraktion und mündet in figurative Assoziationen. So sehen wir das unentwegte Strömen eines feingliedrigen Liniensystems, dessen wechselnden Farbkontraste die Paletten impressionistischer Malerei nachempfinden zu sein scheinen. Das Besondere an all diesen nun bewegten Bildern ist, dass sie im Vergleich zu ihren wohl angeordneten statischen Vorgängern ein dynamisches Element entwickeln, das wie ein frischer Wind durch die geometrischen Texturen fegt und Schwung in die alte Ordnung bringt.    

Stephan Reisner

VITA
1960geboren in Mittweida
1985-90Studium der Bildhauerei an der Kunst-Akademie Dresden; Diplomabschluss
1990-922 Jahre Meisterschüler bei Prof. Klaus Schwabe, Kunst-Akademie Dresden
1991Stipendium des Landes Baden-Württemberg, Studium an der Kunst Akademie Stuttgart
Stipendium des Institut des Hautes Etudes en Arts Plastiques, Paris bei Pontus Hulten, Daniel Buren, Sarkis u.a.; einjähriger Aufenthalt in Paris
1992Praktikum am Institut of Technology, New York / Computer Art
zweijähriger Aufenthalt in Brooklyn, New York
1997-98Multimedia Ausbildung am CIMdata Institut, Berlin
lebt und arbeitet in Wandlitz

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