Baldvin Ringsted - Bilder, Werke und Fotografie Baldvin Ringsted

Baldvin Ringsted


Hintergrundinformationen zu Baldvin Ringsted

Einführung

Baldvin Ringsted, 1974 im nordisländischen Akureyri geboren, hat seine künstlerische Sprache an der Schnittstelle von Musik und Bild entwickelt. Geprägt von einer Jugend in der DIY-Punk- und Metal-Szene verwandelte er früh Töne in Bilder, Cover in Erinnerungsträger, Sound in visuelle Energie. Zugleich bleibt die raue Landschaft Islands wie ein Grundton präsent – eine stille Gegenstimme, die seiner Arbeit bis heute Struktur und Ernsthaftigkeit verleiht. Dieses Wechselspiel prägt sein Werk bis heute: Gemälde, Collagen, Skulpturen und Installationen, die Klang, Erinnerung und Popkultur miteinander verweben.


Ein zentrales Motiv ist dabei die auditive Erinnerung: Wie wir Klänge verinnerlichen, wie sie Bilder evozieren, und wie Bilder wiederum akustische Räume öffnen. Ringsted übersetzt diese Erfahrung in eine Bildsprache, die gleichermaßen strukturiert wie offen ist. Seine Werke entstehen nach präzisen Skizzen, doch im Prozess selbst haben Störungen und Improvisationen ihren Platz – wie in einem Musikstück, das vielmehr komponiert als kontrolliert ist, und dem Unkontrollierbaren seinen Raum zur Entfaltung lässt.
Seine Gemälde greifen häufig auf nostalgische Landschaftsbilder zurück: Funde, etwa aus den 1970er-Jahren, mit dekorativem Zweck, die Ringsted mit Bedeutung auflädt, und ihnen modernen Zeitgeist einhaucht – indem er sie überarbeitet, übermalt, zerschneidet oder mit Mustern durchdringt. Landschaft wird so nicht mehr zur bloßen Kulisse, sondern zum Resonanzraum, in dem Erinnerungen, Popkultur, persönliche und kollektive Geschichte mitschwingen. Auch in seinen Mixed-Media-Werken bleibt der Kontrast bestimmend: Ornamentale Muster treffen auf traditionelle Landschaft, zufällige Fundstücke auf präzise Malerei, Punk-Attitüde auf feine handwerkliche Ausführung. So entstehen Arbeiten, die im ersten Moment ästhetisch fesseln, im zweiten jedoch tiefere Schichten freigeben – ein Spiel zwischen Oberfläche und Bedeutung.


Der isländische Künstler, Absolvent der Glasgow School of Art (MFA 2007), lebt und arbeitet heute in Schottland. Seine Werke wurden und werden international gezeigt, etwa in New York, London, Glasgow oder im Akureyri Museum of Art. 2025 nahm er an den Royal Academy Summer Shows teil und wurde bei den Scottish Landscape Awards ausgezeichnet.


Sein Œuvre bewegt sich zwischen Erinnerung und Transformation, im Dialog von akustischem Echo und visueller Form. Ringsted erschafft Kunst, die nicht nur gesehen, sondern gehört, gespürt und erinnert werden will – als Brücke zwischen Klang und Bild, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Vita

Baldvin Ringsted wurde 1974 in Akureyri, Island geboren. Geprägt von seiner musikalischen Jugend im ländlichen Island und der Punk- und Metal-Szene, begann er früh, Klang als künstlerisches Ausdrucksmittel zu erforschen. 2007 schloss er sein Masterstudium an der Glasgow School of Art ab. In seinen Werken verwandelt Ringsted Klang in visuelle Kunst und erschafft Gemälde, Collagen, Installationen und Skulpturen, die Sinneseindrücke miteinander verschmelzen. Ringsted lebt und arbeitet in Glasgow, Vereinigtes Königreich.

Auszeichnungen

2025 Scottish Landscape Awards (2nd place. Recipiant of Robert Haldane Grant)

Ausstellungen


2023 Random Access Memory, Stallan-Brand, Glasgow

2020 Rhythm Distortions, SWG3 Gallery, Glasgow

2016 The Decline of Western Civilisation, The Hidden Noise Gallery-for Glasgow International

2016 Bárujársárin, Akureyri Museum of Art

2012 Baldvin Ringsted, New work, MYU gallery, Glasgow

2012 In Praise of The Morning Star, Arch One, Glasgow

2010 B.P.M., Martos Gallery, Chelsea New York

2010 Low Growl, SWG3 (Glasgow International) 



2025 Royal Academy Summer Show

2025 Crown Court Gallery, London

2025 Rise Art & Glenfiddich Whiskey Exhibition, London

2024 Royal Academy Summer Show

2024 Process, Edinburgh

2023 Afmæli, Akureyri Museum of Art, Iceland

2019 VOR, Akureyri Museum of Art, Iceland

2018 Artists who make music Musicians who make art, QPRC, Glasgow

2016 Oscilloscope, Old Hairdressers, Glasgow

2014 Voidoid Archive space (Glasgow International)

2012 Global-Lokal, Akureyri Museum of Art

2012 Sublime(screening), Inverness

2010 Mixtapes: Popular Music in Contemporary Art, Glucksman Gallery, Cork, Ireland

2010 Oops Apocalypse, Occupy Space, Limerick Ireland

2010 Meet me at the bottom of the pool, Martos Gallery, New York


Interview

1. Picasso sagte einmal: „Kunst macht man nicht, man findet sie“. Wo finden Sie Ihre Kunst?
Ich glaube, dass Kunst eine Sprache ist, eine Form der Kommunikation. Meine Kunstwerke sind ein Versuch, gelebte Erfahrungen neu zu mischen und zu reflektieren. Nostalgie spielt in meinen Werken eine große Rolle. Meine Kunstwerke sind oft vom Stil, der Musik und der Kunst meiner Kindheit und Jugend geprägt.


2. Von der Idee bis zur Realisierung: Wie gehen Sie an Ihre Arbeit heran?
Nachdem ich die Recherche- und Skizzenphase für ein neues Werk abgeschlossen habe, plane ich genau die Schritte, die ich von Anfang bis Ende unternehmen muss. Ich überlasse nicht viel dem Zufall. Manchmal beneide ich Künstler, die sich einem neuen Werk (einer leeren Leinwand) nähern, ohne das Endergebnis zu kennen, aber das funktioniert für mich überhaupt nicht. Ich muss zumindest die meiste Zeit während des Schaffensprozesses die Kontrolle behalten.


3. Ihr Lieblingsbuch?
Ich mag alle Arten von Literatur, von Murakami bis Stephen King. Die Titel für meine Bilder entnehme ich Science-Fiction-Kurzgeschichten und Romanen. Bei der schwierigen Wahl meines Lieblingsbuches entscheide ich mich für Die Blechtrommel von Günter Grass, einfach weil es vor vielen Jahren mein absolutes Lieblingsbuch war und ich vorhabe, es noch einmal zu lesen.


4. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Meine Einführung in die Kunst erfolgte über die Musik. Als Teenager war ich Teil der DIY-Punk-/Metal-Szene in meiner kleinen Heimatstadt in Island. Der Übergang von der Musik zur „bildenden Kunst“ erschien mir als eine natürliche Entwicklung, da ich schon immer das Bedürfnis verspürt habe, mich durch das Schaffen auszudrücken.
Meine lebenslange Beziehung zur Musik, sowohl als Musiker als auch als Zuhörer, insbesondere während meiner prägenden Jahre im Norden Islands, hat meine künstlerische Perspektive tiefgreifend geprägt. Musik durchdrang jeden Aspekt des Lebens – soziale Interaktion, Kreativität und Kommunikation. Als ich begann, mich mit bildender Kunst zu beschäftigen, war es für mich ganz natürlich, Musik als primären Bezugspunkt zu nutzen.


5. Welche Menschen in Ihrem Umfeld beeinflussen Sie?
Ich arbeite viel mit und für andere Künstler. Ich finde, dass es meiner eigenen Praxis und Herangehensweise immer zugute kommt, wenn ich mich mit den Kunstwerken und Präsentationen anderer Menschen beschäftige. Außerdem beeinflussen mich Ausstellungen und Konzerte sehr, ebenso wie Gespräche mit Künstlern und Musikern über ihren Schaffensprozess.


6. Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Zeitmaschine. Wohin würde Sie die Reise führen?
Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, mit einer garantierten Rückfahrkarte in die Gegenwart (ich bin hier ganz zufrieden!), würde ich sie auf jeden Fall für einen kurzen Blick in die Vergangenheit nutzen. Meine ersten Stationen wären die Ateliers und frühen Ausstellungen unzähliger Künstler, von Michelangelo über Gauguin bis hin zu Warhol. In ähnlicher Weise würde ich mir gerne einige frühe Konzerte von Bands und Musikern aus den 60er bis 80er Jahren ansehen, insbesondere aus den Genres Rock und Heavy Metal.


7. Ihre größte Leidenschaft neben der Kunst?
Musik und Familie.


8. Woran arbeiten Sie gerade?
Ich habe das Glück, dass ich von Zeit zu Zeit gebeten werde, maßgeschneiderte Kunstwerke sowohl für gewerbliche als auch für private Räume anzufertigen. Derzeit arbeite ich an zwei Auftragsarbeiten, beginne aber vor allem mit der Planung einer großen Einzelausstellung in Island 2026.


9. Eine Frage, die Sie sich selbst stellen und die Sie den LUMAS-Sammlern gerne beantworten würden - etwas, das Sie gerne teilen möchten.
Ich habe viel darüber nachgedacht, wie sich all diese KI-generierten Bilder und Ideen auf die Kunstwelt auswirken werden. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass „von Menschen geschaffene“ Kunst, also Kunst, die von realen Menschen erdacht und geschaffen wurde, jetzt, da es so viel KI-generiertes Material gibt, sogar noch besonderer und wertvoller werden wird.