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Über Cindy ShermanHINTERGRUNDINFORMATIONEN
Cindy Sherman macht sich selbst zum Motiv – ohne je im eigentlichen Sinne Selbstporträts zu schaffen. Seit den 1970er-Jahren verwandelt die amerikanische Fotokünstlerin ihr eigenes Erscheinungsbild in immer neue Figuren und untersucht damit, wie Identität durch Bilder, Rollen und gesellschaftliche Erwartungen geprägt wird. Kaum eine andere Künstlerin hat die Grenzen zwischen Fotografie und Inszenierung, Wirklichkeit und Fiktion so nachhaltig verschoben.Sherman, 1954 in New Jersey geboren, entwickelte früh eine künstlerische Praxis, in der sie zugleich vor und hinter der Kamera agiert. Mit Kostümen, Make-up, Perücken und präzise gesetzten Gesten erschafft sie Charaktere, die uns merkwürdig vertraut erscheinen. Sie verkörpert keine konkreten Personen, sondern Typen und Rollenbilder – und legt gerade dadurch offen, wie tief bestimmte Vorstellungen von Weiblichkeit und Identität in unserer visuellen Kultur verankert sind.Den internationalen Durchbruch brachten ihr die zwischen 1977 und 1980 entstandenen „Untitled Film Stills“. In 70 Schwarz-Weiß-Fotografien inszenierte Sherman Szenen, die wie Standbilder aus Filmen der 1950er- und 1960er-Jahre wirken. Ihre Figuren erinnern an Heldinnen aus Hollywood, Film noir, B-Movies oder europäischem Autorenkino – doch die vermeintlich bekannten Geschichten existieren nicht. Sherman erfindet keine Filme, sondern das Gefühl, sie bereits gesehen zu haben.Genau darin liegt die besondere Spannung ihrer Fotografien: Ein Blick, eine Körperhaltung oder ein sorgfältig arrangierter Raum genügt, um eine ganze Erzählung anzudeuten. Sherman gibt jedoch niemals vor, wie diese Geschichte weitergeht. Was wie ein konkreter Moment erscheint, bleibt offen – zwischen Szene und Projektion, Rolle und Persönlichkeit.Auch „Untitled Film Still #17“ aus dem Jahr 1978 lebt von dieser kalkulierten Uneindeutigkeit. Das Motiv wirkt wie einer größeren Handlung entnommen, doch weder ihr Anfang noch ihr Ende werden sichtbar. Die Fotografie erzählt nicht aus, sondern öffnet einen Gedankenraum.Für THE SKATEROOM wurde „Untitled Film Still #17“ auf drei Skateboard-Decks übertragen und als limitiertes Triptychon neu inszeniert. Die Teilung des Bildes verleiht dem Motiv eine neue, objekthafte Präsenz und greift zugleich ein Prinzip auf, das Shermans „Film Stills“ seit jeher prägt: Wir sehen immer nur einen Ausschnitt – und ergänzen den Rest selbst.Cindy Shermans Kunst zeigt, dass Bilder nicht nur abbilden, wer wir sind. Sie prägen auch unsere Vorstellung davon, wer wir sein könnten.