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Die französische Künstlerin sieht die Welt als Wandteppich – nicht als Imitation der Natur, sondern als eigenes Geflecht, in dem alles miteinander verbunden ist: „I truly see the world as a tapestry which is never intended to copy nature as I wouldn't plagiarise it“, so Claire Denarié-Soffietti. Ihre Leinwände übersetzen dieses unsichtbare Netzwerk in Farbe, Form und Bedeutung und führen Menschen, Landschaften und Erinnerungen zusammen. Rote und gelbe Linien durchziehen die Bilder wie Fäden, die alles zusammenhalten – sichtbare Spuren universeller Verbundenheit.
Geboren in Versailles, geprägt von Stationen in Südafrika und Barbados, lebt die Autodidaktin heute in Dubai – wo die vielfältigen Einflüsse in ihren Werken zusammenlaufen. Sie zeigen stille Szenen und Figuren, doch nie bloß Abbild. Mit intensiven Farben, geheimen Binnenwelten und subtilen Verzerrungen öffnen sie sich zu einer Realität, die lebendiger ist als die Wirklichkeit selbst – und sich in ein intensives Sinneserlebnis verwandelt, spielerisch und lichtdurchdrungen: Denarié-Soffietti versteht ihre Malerei als Gegenkraft zur Dunkelheit.
Ihre Inspirationsquellen reichen von van Gogh bis Gauguin und Lautrec, doch ihr Werk trägt unverkennbar ihre Handschrift. Auf großen Leinwänden entfaltet sich eine Bildsprache, die sowohl ornamental als auch erzählerisch ist – ein Geflecht aus kräftigen Farben, rhythmischen Linien und rätselhaften Gestalten.
In Serien wie Hypnose oder Burst into Bloom begegnet man Frauenfiguren, die wie Traumwesen zwischen Natur und Ornament schweben. Damit fügt sie sich in eine zeitgenössische Malerei ein, die von surrealer Bildsprache geprägt ist – und zugleich hochaktuell bleibt. In Parasol oder Domo dagegen dehnt sich die Landschaft zu einem farbintensiven Mosaik – vertraut und zugleich entrückt. Stets ist es die Idee einer „geteilten Menschlichkeit“, die in Bildteppichen aufscheint: universell, und dennoch von persönlicher Erfahrung getragen.
Seit drei Jahrzehnten ist Denarié-Soffietti Schülerin und Lehrerin des Tai Chi – ein Weg, der ihr Feingefühl für Energie, Bewegung und Balance auch in die Malerei überträgt. Ihre Werke atmen Rhythmus, Spannung, Balance. Es ist kein Zufall, dass Sammler:innen von Europa bis Asien und in der Golfregion ihre Gemälde als Fixpunkte in eleganten Interieurs wählen: Sie sind Ankerbilder, die Räume nicht nur schmücken, sondern aufladen.
Claire Denarié-Soffietti hat eine Kunst geschaffen, die Grenzen überschreitet – geografisch wie stilistisch. Sie macht sichtbar, wie das Einzelne in das Ganze eingewebt ist. So werden ihre Werke zu Spiegeln unserer Welt – in der selbst ihre Risse Fäden der Verbundenheit sind.
VITA
Claire Denarié-Soffietti, geboren und aufgewachsen in Versailles, ist Autodidaktin und lebt heute mit ihrer Familie in Dubai. Ihre Werke zeigen stille Szenen und Figuren, die eine geheimnisvolle Innenwelt andeuten. Mit ihrem kraftvollen Malstil und lebendigen Farben lässt sie ihre Bildwelten greifbarer wirken als die Realität selbst.
INTERVIEW
1. Wie sind Sie zur Kunst gekommen?
Mein Name ist Claire Denarié, ich bin eine französische Malerin und lebe derzeit in Dubai. Nach mehreren Jahrzehnten in Südafrika und Barbados lasse ich mich in meiner Arbeit von den ausdrucksstarken Farbpaletten von van Gogh, Gauguin und Lautrec inspirieren – interpretiert durch eine zeitgenössische Sichtweise und umgesetzt auf großen Leinwänden für emotional ansprechende Innenräume. Meine Sammler aus Europa, Asien und der Golfregion erwerben meine Werke häufig, um sie in hochwertigen Residenzen, privaten Villen und kuratierten Designräumen zu präsentieren.
2. Picasso sagte einmal: „Man macht keine Kunst, man findet sie.“ Wo finden Sie Ihre Kunst?
Ich sehe die Welt wirklich als einen Wandteppich, der niemals die Natur kopieren soll, da ich sie nicht plagiieren würde. Wenn sich die Welt in etwas Festes verwandelt, entsteht im Raum eine Verbindung zwischen uns. Die Matrix unserer heutigen Welt entsteht, in der jedes Atom durch einen Faden mit jedem anderen verbunden ist und so ein globales Bewusstsein schafft. Grundlegende und oft geometrische Gesetze und Muster (unabhängig von den üblichen physikalischen Zusammensetzungen) tauchen in meiner Lesart der Welt auf. Ich sehe Menschen, Landschaften oder einfach alles (Gras, Wasser, Gesichter, Himmel) in einer unerklärlichen Einheit miteinander verschmelzen. Wenn Sie jedes einzelne Werk näher betrachten, werden Sie Linien (oft rot oder gelb) erkennen, die die Leinwand durchziehen. Das sind meine „gemeinsamen Fäden”, die uns alle verbinden. Es sind die Narben (oder die Störungen in der Matrix), die den Wandteppich der Natur weben.
3. Von der Idee bis zur Realisierung: Wie gehen Sie an Ihre Arbeit heran?
Wenn ich die Welt betrachte, fallen mir grundlegende und oft geometrische Gesetze und Muster auf. Ich male das Bild unserer gemeinsamen Menschlichkeit zusammen mit ihren Landschaften. Manchmal naiv, aber immer fröhlich, bin ich Teil der Kraft, die der Dunkelheit in der Kunst entgegenwirkt. Mein Plan ist es, mich selbst nie ernst zu nehmen und immer nach dem Licht zu suchen, das durch die Spalten scheint.
4. Ihr Lieblingsbuch?
Mein Lieblingsbuch ist das Dao de Jing oder Zadig von Voltaire.
5. Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Zeitmaschine. Wohin würden Sie reisen?
Ich würde wahrscheinlich in die Zeit von Leonardo da Vinci zurückreisen und ihm wie ein Schoßhund folgen.
6. Ihre größte Leidenschaft neben der Kunst?
Aus den obigen Ausführungen haben Sie vielleicht schon erraten, dass ich mich sehr für Energie (Chi) interessiere. Da Sie fragen: Ich bin Schüler und Lehrer von Tai-Qi-Schwert und Tai-Chi, was ich seit 30 Jahren studiere.
7. Woran arbeiten Sie gerade?
Mein letztes Gemälde ist ein großer Wandteppich, der eine Fantasiewelt zeigt, leicht japanisch angehaucht, mit drei Tieren (ähnlich Tigern), die eine Frau mit einem unglaublich aufwendigen Mantel in einer bewegten Welt umgeben. Das war eine sehr intensive Arbeit, die ich mit viel Liebe gemacht habe, und ich hoffe, dass man das auch sieht.
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