Gero Paul - Bilder, Werke und Fotografie Gero Paul

Gero Paul


Hintergrundinformationen zu Gero Paul

Einführung

Gero Paul gehört zu den Pionieren der digitalen Kunst. Ende der 1980er-Jahre begann er, ohne Vorbilder und ohne Ausbildung, erste Grafiken am Computer zu erstellen – in einer Zeit, als es noch keine Studiengänge für digitale Gestaltung gab. Als Autodidakt erforschte er die neuen Möglichkeiten, unterstützt von Gleichgesinnten, getrieben von Neugier und Experimentierlust. Schon damals faszinierte ihn die Freiheit, mit digitalen Werkzeugen etwas zu schaffen, was die analoge Malerei nicht leisten konnte: die grenzenlosen Ausdrucksmöglichkeiten, die präzise Detailtiefe, die unendliche Vielschichtigkeit. Aus diesem frühen Forschergeist entwickelte sich ein Werk, das die digitale Malerei entscheidend mitgeprägt hat.

Seine Kunst ist ein Spiel mit Gegensätzen: Realismus trifft auf Surrealismus, Satire auf Fantastik, Gesellschaftskritik auf poetische Imagination. Manche Arbeiten sind scharfsinnige Kommentare auf das Zeitgeschehen, andere entwerfen dystopische Welten oder detailreiche Landschaften, in denen man sich verlieren kann. Allen gemeinsam ist die erzählerische Kraft: Gero Paul erschafft Bilder, die Geschichten anstoßen und den Betrachter in eine visuelle Erzählung hineinziehen. „Meine Bilder sollen Dinge verständlich machen, die sich schwer in Worte fassen lassen“, sagt er selbst.

Die Fotografie ist meist Ausgangspunkt seiner Arbeit – ein leerer Raum, eine architektonische Struktur, ein Detail aus der Natur. Doch sie bleibt nicht Abbildung, sondern verwandelt sich im digitalen Prozess in etwas völlig Neues. Paul kombiniert Fotografien mit Zeichnungen, Gemälden, digitalen Collagen und fügt Ebene um Ebene hinzu, bis aus Hunderten oder gar Tausenden von Schichten eine dichte Bildwelt entsteht. Mit Grafiktablett und feinster digitaler Technik gelingt ihm eine Präzision, die selbst mit den besten Pinseln unerreichbar wäre. Gleichzeitig bringt er durch die Brillanz digitaler Farben eine Leuchtkraft auf die Bildträger, die jedem Motiv eine fast magische Präsenz verleiht.

Auch die Materialität seiner Werke ist außergewöhnlich. Paul arbeitet auf Leinwand, Seide, Alu-Dibond, Büttenpapier oder Acrylglas – jedes Medium verstärkt eine andere Facette seiner Kunst. Mit einer eigens entwickelten Drucktechnik, die eine laminierte Schutzschicht nutzt, werden seine Werke nicht nur veredelt, sondern auch wetterfest. So entfalten sie ihre Wirkung in unterschiedlichsten Räumen und Umgebungen. Eine besondere Rolle spielen seine Leuchtbilder: ausgestattet mit hochwertigen LEDs, variieren sie ihre Wirkung je nach Licht und Blickwinkel – eine Fusion aus Malerei, Fotografie und Installation. Das Ergebnis sind Werke, die mehr sind als digitale Kompositionen: Es sind visuelle Kosmen, in denen Realität und Fiktion nahtlos verschmelzen.

Was Gero Pauls Kunst auszeichnet, ist ihre Vielschichtigkeit: Sie ist präzise und spielerisch, digital und erzählerisch, kritisch und poetisch zugleich. Seine Werke erweitern nicht nur den Raum, in dem sie hängen, sondern auch die Perspektive ihrer Betrachter. Sie beweisen, dass digitale Malerei mehr sein kann als Technik – nämlich ein Medium, das das Unsichtbare sichtbar macht und Fantasie zur Realität werden lässt.


Vita

Gero Paul (*1962) studierte Grafik und Gestaltung in Hamburg und zählt zu den Pionieren der digitalen Kunst. Seit den späten 1980ern arbeitet er als Autodidakt an der Schnittstelle von Fotografie, Zeichnung und digitaler Malerei. Nach Stationen als Werbegrafiker und Webdesigner widmet er sich seit vielen Jahren ganz der Kunst. In den letzten sechs Jahren entstanden rund 300 Arbeiten; seine Werke sind in öffentlichen Gebäuden, Galerien und in eigenen Ausstellungsräumen in Hamburg zu sehen. Ausstellungen führten ihn außerdem nach Basel, Zürich, Paris, Amsterdam und zahlreiche deutsche Städte.

Ausstellungen

2026 (in Planung) ArtOranje Kunstbeurs Groningen
2025 Fine Arts, Lagerhaus G, Hamburg
2024 Europ Art Fair, Amsterdam
2024 Marziart Internationale Galerie, Paris
2024 RHY ART SALON Basel BB International Fine Arts
2023 Galerie Wild, Zürich
2022 Art Basel, RHY ART SALON BB International Fine Arts
2022 Artstadt Galerie Krieger
2021 Art Zürich International im Puls 5
2020 Hamburger Kunstgalerie Gänsemarkt
2019 Kulturforum im Hafen Buxtehude
2019 Hamburger Kunstgalerie Gänsemarkt
2019 Street Art Valencia Spain
2018 Marziart Internationale Galerie Eppendorf
2017 Kulturforum im Hafen Buxtehude
2017 Altonale Hamburg  

Interview

Von der Idee bis zur Verwirklichung: Wie gehst du an deine Arbeiten heran?
Die Technik habe ich schon beschrieben – die Umsetzung ist ein Prozess mit vielen möglichen Verläufen. Oft beginnt es mit einem Foto, meist ein leerer Raum. Meine Fantasie füllt ihn mit Leben, gestaltet ihn. Meine Bilder erzählen Geschichten. Bilder haben die Fähigkeit, Emotionen, Stimmungen und Botschaften zu vermitteln; ich versuche, Dinge verständlich zu machen, die sich schwer in Worte fassen lassen.

Dein Lieblingsbuch?
Ich lese meist zwei, drei Bücher parallel – Sachbücher, Krimis, eigentlich alles, was mir in die Hände fällt. Ich habe eine Bücherwand mit ca. 5000 Bänden zu Hause. Alle paar Jahre muss ich Platz für neue schaffen, was immer dramatisch ist, da ich mich von keinem Lieblingsbuch trennen möchte. Also: Lieblingsbücher gibt es mehrere. Ich habe nach drei Minuten Überlegen fünf Titel notiert – wenn ich drei Minuten länger nachgedacht hätte, wären es andere geworden: John Barleycorn von Jack London, Moby Dick von Herman Melville, Wir Ertrunkenen von Carsten Jensen, Stoner von John Williams, Offene See von Benjamin Myers.

Mit welchem Künstler würdest du gerne Kaffee trinken und worüber würdet ihr sprechen?
Leonardo da Vinci – wobei ich statt Kaffee lieber Chianti nehmen würde. Wir würden über die Zukunft sprechen, über alles, was nach seinem Tod 1481 passiert ist. Ich denke, er würde die Unterhaltung dominieren, und ich würde gern seine Fragen beantworten.

Wie kamst du zur Kunst?
Die Kunst kam zu mir – oder besser gesagt, sie steckt in meinen Genen. Als Kind habe ich kleine Kunstwerke aus Steinen, Holz und allem, was die Natur hergab, gebaut und zugesehen, wie Wind und Wetter sie wieder auflösten.

Welche Menschen in deiner Umgebung beeinflussen dich?
Meine Familie, meine Freunde – und leider auch diejenigen, die mir nicht wohlgesonnen sind.

Stell dir vor, du hast eine Zeitmaschine. Wohin geht die Reise?
Zu Leonardo da Vinci, in die Toskana, um mit ihm Chianti zu trinken.

Deine größte Leidenschaft abseits der Kunst?
Wandern, Lesen, Gärtnern, Schlafen und lustige Dinge tun. Und wenn all das getan ist, male ich ein Bild.

Woran arbeitest du zurzeit?
An neuen Bildern und einem Fotobuch mit Menschen, die meine Ausstellungen besuchen. Außerdem arbeite ich an Leuchtbildern, die mit hochwertigen LEDs in polierten Aluminiumrahmen ausgestattet sind.