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Das Haar ist ihr Accessoire und die Kleidung ihre Rüstung: Carol Muthiga-Oyekunle inszeniert in ihren Werken die Frau als symbolische Kriegerin, in einer Position der Stärke, Freude und des Triumphs. In Digital- und Mixed-Media-Collagen…
Weibliche Kriegerinnen, gerüstet mit spektakulären Haaren und Kleidern, voller emotionaler Kraft. In ihrer Armour/Amour Werkreihe erschafft Carol Muthiga-Oyekunle eine mystifizierte Form der Weiblichkeit und fordert damit die alten Ideen des Patriarchats heraus. In ihren Digital- und Mixed-Media-Collagen verbindet die Künstlerin ihr kenianisch-amerikanisches Erbe mit Elementen des Afrofuturismus.
HINTERGRUNDINFORMATIONEN
Das Haar ist ihr Accessoire und die Kleidung ihre Rüstung: Carol Muthiga-Oyekunle inszeniert in ihren Werken die Frau als symbolische Kriegerin, in einer Position der Stärke, Freude und des Triumphs. In Digital- und Mixed-Media-Collagen verbindet sie Modefotografie mit ausdrucksvollen, farbenprächtigen Motiven und schafft damit die Illusion einer weiblichen, mythischen Schöpfung, einer weisen und wahrenden Heldin. Amour - das ist die Liebe, aber auch die Hoffnung – und so rüsten sich ihre Frauen für eine Zeitreise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die eine andere Erzählung schreibt, als die des Patriarchats: Mit ihrer Kunst hält Muthiga-Oyekunle der Gesellschaft einen Spiegel vor.
Die Ideen für ihre Werke bezieht die Künstlerin aus dem alltäglichen Leben. Gesichter, die sie auf der Straße sieht; Menschen, die sie persönlich kennt; Frauen, die sie inspirieren. Ihre experimentelle Herangehensweise bringt sie dazu, Elemente miteinander zu verbinden, die scheinbar nicht zusammenpassen. Darin liegen das Überraschende und die Magie ihrer Arbeit, die von einer Vielzahl modernistischer und zeitgenössischer Künstler geprägt ist: Gustav Klimt, Henri Matisse, Alfons Mucha, Roy Lichtenstein. Zu den neueren post-zeitgenössischen Einflüssen zählen Kehinde Wiley, Yinka Shonibare und Wangechi Mutu.
Besonders aber ist der kreative Prozess der in Paris lebenden kenianisch-amerikanischen Künstlerin durch Erbe, Tradition, ihre Kultur und den Afrofuturismus bestimmt. Der Afrofuturismus stellt die Geschichte der afrikanischen Diaspora aus einer technologisierten Zukunft heraus dar, er imaginiert eine Gesellschaft, in der schwarze Menschen gleichberechtigt leben können. Ihre Heldinnen bezeichnet Carol Muthiga-Oyekunle als „intergalaktisch“.
Die Absolventin des Royal College of Art in London hat auch als Accessoire-Gestalterin Erfolg. Mit einer Schmuck- und Minaudière-Linie, schließt sie einen Kreis zu ihren eigenen Wurzeln und denen im visuellen Design.
VITA
Carol Muthiga-Oyekunle ist eine kenianisch-amerikanische Künstlerin und Designerin. 2001 gründete sie ihre eigene Accessoire-Marke in New York. Carol ist Absolventin des Royal College of Art London (MA Fashion) und lebt und arbeitet in Paris.
INTERVIEW
Kunst als persönliche Ausdrucksform - trifft das auf Dich zu? Ja. Kunst ist meine Art, der Welt um mich herum einen Spiegel vorzuhalten. Ich stelle Frauen in einer Position der Stärke, Optimismus, Freude und Triumph dar. Auf eine Weise werden sie zu Selbstporträts.
Woher bekommst Du die Ideen für Deine Kunst? Aus dem täglichen Leben. Gesichter, die ich auf der Straße sehe. Menschen, die ich kenne. Frauen, die mich inspirieren. Erfahrungen. Es ist ein organischer Prozess.
Deine Arbeit wirkt sehr experimentell, wie genau ist Deine Herangehensweise? Keine Angst vor dem Ergebnis zu haben. Ich liebe die Idee, Elemente miteinander zu verbinden, die scheinbar nicht zusammenpassen. Und dann zu sehen, was daraus hervorgeht – oft ist es magisch!
Wofür steht die Mythisierung der Frau für Dich? Sie dient dazu, die Lücken zu füllen, die die patriarchale Geschichtsschreibung bequemerweise ausgelassen hat. Vielleicht ist sie unser Weg, zu unserer ewigen Wahrheit als Menschen zurückzukommen.
Was bedeutet Afrofuturismus für Dich und Deine Arbeit? Afrofuturismus stellt die Geschichte der afrikanischen Diaspora aus einer technologisierten Zukunft heraus neu dar. Eine Zukunft voller Hoffnung und Optimismus, die eine völlig neue Erzählung hervorbringt. Ich bezeichne die Heldin in meiner Arbeit oft als intergalaktische, zeitreisende Frau und Kriegerin. Sie ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
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