Daniel Kordan wuchs in ländlicher Idylle in der Nähe von Moskau auf. Er studierte Physik an der Universität für Technologie und Physik und arbeitete als Wissenschaftler, bevor er seiner lebenslangen Leidenschaft nachging und professioneller Fotograf wurde. Seine Arbeiten wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter zum Beispiel von “National Geography Russia” 2013 und dem “Trierenberg Super Circuit”. Kordans Werke wurden in vielen internationalen Magazinen veröffentlicht und er hat mehr als 1,1 Millionen Abonnenten auf Instagram.
Picasso sagte einmal: „Man macht keine Kunst, man findet sie.“ Wo findest du deine Kunst?Ich finde sie in den ursprünglichen, unberührten Ecken unseres Planeten und in flüchtigen, stillen Momenten. Sie liegt in der Stille eines nebligen Morgens, im ersten Licht, das auf einen schneebedeckten Gipfel trifft, oder in der perfekten Symmetrie eines Tores, das sich zum Himmel hin öffnet.
Die Natur ist die größte Künstlerin; meine Aufgabe ist es einfach, dort zu sein, geduldig zu warten und ihre Meisterwerke einzufangen.
Von der Idee bis zur Umsetzung: Wie gehst du an deine Arbeit heran?
Es ist eine Mischung aus akribischer Planung und völliger Spontaneität. Der Prozess beginnt lange bevor ich den Auslöser drücke – mit der Planung von Routen, dem Studium von Wetterverläufen, der Prüfung astronomischer Daten und manchmal auch dem Einsatz von Drohnen, um besondere Perspektiven zu entdecken. Aber sobald ich vor Ort bin, lasse ich meine Erwartungen los. Man muss auf die Umgebung hören und sich daran anpassen, wie sich Licht und Elemente in genau diesem Bruchteil einer Sekunde verhalten.
Was ist dein Lieblingsbuch?
Wind, Sand und Sterne von Antoine de Saint-Exupéry. Es fängt den Geist des Entdeckens, die tiefe Einsamkeit der Natur und die enge Verbindung zwischen einem Reisenden und der Erde auf wunderschöne Weise ein.
Mit welchem Künstler würdest du gerne einen Kaffee trinken, und worüber würdet ihr sprechen?
Wenn ich in die Vergangenheit reisen könnte, würde ich sehr gerne mit dem legendären Marinemaler Ivan Aivazovsky zusammensitzen. Als jemand, der das Meer sehr liebt, bin ich immer wieder fasziniert davon, wie er die Transparenz der Wellen und die Dramatik des Lichts auf dem Wasser eingefangen hat.
Wie bist du zur Kunst gekommen?
Mein Weg zur Fotografie entstand aus einer tiefen Faszination für Natur und Entdeckungen, die mich seit meiner Kindheit begleitet. Ich begann nicht mit der Absicht, „Kunst“ zu schaffen; ich wollte einfach die atemberaubende Schönheit der wilden Orte bewahren, die ich erkundete, und dieses Gefühl des Staunens mit der Welt teilen. Mit der Zeit wurde die Kamera zu einer Erweiterung meiner eigenen Sichtweise.
Welche Menschen in deinem Umfeld beeinflussen dich?
Ich werde stark von den Menschen beeinflusst, denen ich unterwegs begegne – von indigenen Gemeinschaften, die im Einklang mit rauen Lebensbedingungen leben, ebenso wie von den leidenschaftlichen Reisenden und Fotografen, die mich auf meinen Expeditionen begleiten. Die Welt durch ihre Augen zu sehen, hält meine eigene Perspektive frisch und geerdet.
Stell dir vor, du hättest eine Zeitmaschine. Wohin würdest du reisen?
Ich würde in das Zeitalter der Entdeckungen zurückreisen und gemeinsam mit den frühen Entdeckern an Bord eines Holzschiffes gehen. Die Kontinente, Ozeane und den Nachthimmel völlig unberührt von moderner Lichtverschmutzung und Zivilisation zu sehen, wäre der ultimative Traum eines Landschaftsfotografen.
Was ist deine größte Leidenschaft außerhalb der Kunst?
Segeln und das offene Meer. Es gibt ein unglaubliches Gefühl von Freiheit, wenn man die Segel setzt und über das tiefe Blau navigiert. Ich liebe außerdem Freeride-Skifahren in Hokkaido, Japan, und Surfen auf Bali. Eine weitere große Leidenschaft von mir ist es, meinen vier Kindern etwas beizubringen.
Woran arbeitest du derzeit?
Ich lebe derzeit auf Bali und habe begonnen, die Welt aus einer neuen Perspektive von einem Segelboot aus zu entdecken. Gleichzeitig stelle ich meine „Red Sails“-Fotoreisen in Grönland und der Antarktis vor und verbinde dabei meine Liebe zum Meer mit der Landschaftsfotografie. Außerdem ist es mir eine große Ehre, als Juror beim 2026 Epson Pano Travel Award sowie bei einem DJI-Fotowettbewerb tätig zu sein. Die unglaublichen Arbeiten anderer Fotografen aus aller Welt inspirieren mich dabei immer wieder aufs Neue. Ich arbeite außerdem weiterhin an einer Serie über indigene Gemeinschaften.