Lilly Muth - Bilder, Werke und Fotografie Lilly Muth

Lilly Muth


Hintergrundinformationen zu Lilly Muth

Einführung

Lilly Muth entwickelt ihre Bildsprache aus der Architektur heraus – nicht als Motiv, sondern als Denkweise. Während ihrer Auseinandersetzung mit Interior Architecture and Design in Barcelona, insbesondere am Instituto Europeo di Designo, formte sich ihr Verständnis von Raum als gestaltbares Gefüge: gebaut, gegliedert, komponiert. Die dort erlebte Architektur wird in ihrer Serie Magic Places nicht zitiert, sondern weitergedacht – als Ausgangspunkt für eigenständige Bildräume.
In ihren Malereien entstehen Kompositionen, in denen architektonische Elemente wie Fassaden, Treppen, Terrassen und Poolanlagen neu zueinander in Beziehung gesetzt werden. Diese Räume folgen keiner dokumentarischen Logik, sondern einer inneren Ordnung: Perspektiven verschieben sich, Übergänge werden geglättet, Proportionen zugunsten der Gesamtwirkung justiert. Architektur wird hier nicht abgebildet, sondern entworfen – als Bild.
Diese klare Struktur tritt bewusst in ein Spannungsverhältnis zur Natur. Vegetation wächst in die Architektur hinein, überlagert sie oder scheint sich ihren Raum zurückzuerobern. Das Gebaute bleibt präsent, verliert jedoch an Starrheit und wird Teil eines offenen Gefüges, in dem sich organische und konstruierte Elemente gegenseitig durchdringen.
Ein weiteres konstitutives Element ist das Wasser. Pools, Spiegelungen und Lichtbrechungen strukturieren nicht nur die Oberfläche, sondern prägen auch die räumliche Tiefe. Sie beruhigen die Komposition, verschieben Blickachsen und verbinden die einzelnen Bildebenen zu einem zusammenhängenden Raum.
Auch in der Farbgebung zeigt sich dieser konstruktive Ansatz. Klar voneinander abgegrenzte Farbflächen ordnen die Komposition und definieren Raumzonen. Pastellige Grundtöne treffen auf gezielt gesetzte, gesättigte Akzente – etwa in Vegetation oder architektonischen Details – und erzeugen Kontraste, die den Blick lenken, ohne ihn zu dramatisieren. Farbe fungiert dabei nicht als Stimmungsträger, sondern als strukturierendes Element.
So entstehen Bildräume zwischen Erinnerung und Entwurf: gespeist aus Reiseeindrücken, architektonischer Beobachtung und inneren Bildern, aber nicht an reale Orte gebunden. Gerüche, Farben, Aromen und Atmosphären werden hier ästhetisch verdichtet – zu gemalten Räumen, in denen sinnliche Eindrücke Form annehmen. Magic Places zeigt keine Landschaften im klassischen Sinne, sondern Konstruktionen von Raum, in denen sich Wahrnehmung, Erfahrung und Vorstellung überlagern.

Vita

Lilly Muth ist eine deutsche Künstlerin, deren Arbeit von einer frühen Prägung durch Kunst und Antiquitäten ausgeht. Ihr Modestudium legte den Fokus auf Zeichnung, Form und ästhetische Präzision, bevor sie sich in Barcelona am Instituto Europeo di Designo mit Architektur und Raum auseinandersetzte, die heute ihre Bildsprache bestimmen.

Interview

Picasso sagte einst, „Du machst keine Kunst, du findest sie“. Wo findest du deine Kunst?

Oft in Momenten, die sich nicht festhalten lassen – in Lichtstimmungen, im Wasser, in Erinnerungen an Reisen und Momenten mit den Menschen, die ich liebe. Meine Kunst entsteht irgendwo zwischen realen Eindrücken und inneren Bildern, die plötzlich auftauchen und bleiben.

Von der Idee bis zur Verwirklichung: Wie gehst du an deine Arbeiten heran?
Ich plane meine Arbeiten im Voraus sehr genau. Dabei helfen mir Fotos und Reiseeindrücke als Ausgangspunkt. Während des Malens verändert sich jedoch vieles – ich lasse bewusst Raum für Zufälle und bewege mich suchend zwischen Genauigkeit und Spontaneität.

Dein Lieblingsbuch?

Ich kann mich nicht auf ein einzelnes Lieblingsbuch festlegen – ich lese viel und sehr gerne. Besonders geprägt haben mich Reihen wie Harry Potter, Fourth Wing oder Throne of Glass. Mich faszinieren Geschichten, die eigene Welten erschaffen und von starken weiblichen Hauptcharakteren erzählen.

Stell dir vor, du hast eine Zeitmaschine. Wohin geht die Reise? 

In die Zukunft – aus reiner Neugier und Hoffnung auf bessere Strukturen. Dorthin, wo ich noch nicht weiß, wie Räume aussehen, wie Natur und Architektur miteinander leben. Vielleicht finde ich Bilder, die es heute noch nicht gibt – und ein Gefühl, das ich mit zurückbringen möchte.

Deine größte Leidenschaft abseits der Kunst?
Das Reisen – neue Orte zu entdecken, andere Kulturen zu erleben und dem eigenen Alltag einmal entkommen. Die Seele baumeln lassen und andere Menschen kennen zu lernen und Abenteuer zu erleben. Besonders liebe ich es, lokale Gerichte zu probieren und dabei den Geschmack eines Ortes zu spüren. Diese Eindrücke – Gerüche, Farben, Aromen – fließen oft ganz unbewusst in meine Arbeit ein.